Rundschreiben Juni 2026 | 1

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

ein in vieler Hinsicht anspruchsvolles Schuljahr geht langsam zu Ende und die Ferien sind bereits in wenigen Wochen in Sicht. Wir sind sehr dankbar, dass du dich – ebenso wie jede unserer Kolleginnen und Kollegen – mit viel Sachverstand und Empathie für unsere Schülerinnen und Schüler bzw. in der Verwaltung einsetzt und damit wertvolle Beiträge für den ganzen Betrieb leistest. So ist auch die Aufgabe für uns im Betriebsrat aktuell sehr anspruchsvoll im Spannungsfeld der vielseitigen Probleme, die es zu bearbeiten gilt. Wir setzen uns dafür ein, dass gute Arbeitsbedingungen erhalten bleiben bzw. verbessert werden, wo es nötig ist, und arbeiten daran mit, dass das Musikum zukunftsfähig bleibt.

Aus der Lehrerschaft werden wir immer wieder auf den Impulse-Tag am 7. April angesprochen, vor allem bezüglich der Verunsicherung über unser Budget, das bislang immer noch nicht geklärt ist. Wir haben die Landesdirektion eindringlich vor der Durchführung dieses Tages gewarnt, weil es uns widersinnig erschien, einen Tag mit Gesprächen über die langfristige Zukunftsplanung des Betriebs zu verbringen, wenn nicht einmal die zentralen Grundlagen für die nahe Zukunft geklärt sind. Zum Glück hat die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Tag dennoch manch Positives abgerungen und sich konstruktiv eingebracht. Dennoch hätte man die Arbeitszeit aller Beteiligten unseres Erachtens wesentlich besser einsetzen können. Die von uns danach geäußerte Kritik wurde von den Landesdirektoren angehört, aber nicht angenommen. Der Ergebnisbericht, der von der  Landesdirektion ausgesendet wurde, hat viele wichtige Themenfelder aufgezeigt, die jedoch überwiegend nicht neu sind, sondern schon lange dringend bearbeitet werden müssten. Vieles davon wurde von uns bereits benannt und eingefordert.

In den Tagen vor Ostern hatten die Musikschuldirektor:innen, Fachbereichsleiter:innen und das BR-Team brennende Fragen an die Landesrätin Mag. Daniela Gutschi formuliert und ihr als Vorbereitung des Impulse-Tages übermittelt. Mit diesem Fragenkatalog wurde ein klares Bild aufgezeigt, welche negativen Folgen der Bildungs- und Kulturlandschaft des Landes Salzburg drohen, wenn die Themen nicht zeitnah geklärt werden. Manche dieser Themen wurden in der Diskussion angesprochen, aber die meisten Fragen wurden weder am Impulse-Tag noch bis heute beantwortet.

Zum Glück sind die schlimmsten Befürchtungen, die in der Presse und in manchen Besprechungen angeklungen sind, nicht eingetreten. Nach aktuellem Stand bleibt die Hoffnung, dass das nächste Schuljahr ohne Stundenkürzungen geplant werden kann. Von politischer Seite wird immer wieder zugesagt, dass mit Hochdruck an guten Lösungen fürs Musikum gearbeitet wird. In den Stadt Nachrichten vom 3.6.2026 heißt es: „Laut Landesrätin Daniela Gutschi werde derzeit ‚mit Hochdruck‘ an einem Fahrplan für die kommenden Schuljahre gearbeitet. Geplant seien Veränderungen, die kostendämpfend wirken sollen, jedoch nicht zulasten von Schülerinnen, Schülern oder Mitarbeitern gehen dürften.“

Einen schlüssigen Fahrplan der Landesdirektion für die kommenden Schuljahre können wir derzeit nicht erkennen. Wir stellen aber fest, dass auf den Betriebsrat Druck ausgeübt wird, einem neuen Dienstrecht zuzustimmen, das mit einer Erhöhung der Lehrverpflichtung für Neuverträge verbunden sein soll. Seit mehreren Jahren wird es immer schwieriger, freie Stellen mit qualifiziertem Lehrpersonal nachzubesetzen. Die Lebenshaltungskosten sind massiv gestiegen, dies wurde durch die Lohnabschlüsse nur teilweise ausgeglichen. Insbesondere die Einstiegsgehälter sind schon lange nicht mehr angemessen. Die Einführung eines besseren Lohnschemas ist überfällig, wurde aber bislang nicht umgesetzt. Diese Einführung soll nun aber mit einer Mehrbelastung in der Unterrichtstätigkeit verknüpft werden. Das würde bedeuten, dass die Projekte und Veranstaltungen, die die Lebensader des Musikum bilden, entsprechend reduziert werden. Da wir darin keine gute Lösung sehen, haben wir verschiedene Alternativen in die Verhandlungen eingebracht. Darüber hinaus nutzen wir unsere Kontakte zur AK und zur Gewerkschaft. Diesbezüglich dürfen wir dich über folgende Fortschritte informieren:

Wir haben einen Antrag an die AK zum Thema Finanzierungssicherheit für das Musikum eingebracht. Er wurde in der Vollversammlung am 28. Mai einstimmig angenommen. Auch die Stellungnahme der Expertin aus der Bildungsabteilung war sehr treffend formuliert. Der Antrag wurde an unsere Landesrätin und ans Bildungsministerium weitergeleitet.

Toni Polivka, unser treuer und stets hilfreicher Berater von der Gewerkschaft, wurde kürzlich zum Bundesvorsitzenden der Parteifreien Gewerkschafter:innen gewählt. Wir gratulieren ihm sehr herzlich!

Ralf wurde beim Bundeskongress der PFG zum Mitglied in den Bundesvorstand gewählt. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass die Anliegen der Musikschullehrenden beim ÖGB Beachtung finden, und dass wir bundesweit eine stärkere gewerkschaftliche Unterstützung bekommen. Aufgrund der unterschiedlichen Strukturen der österreichischen Musikschulwerke sind die Lehrenden unterschiedlichen Gewerkschaften zugeordnet, manche der Younion, manche der GÖD.

In diesem Zusammenhang möchten wir einmal wieder auf die Bedeutung einer Mitgliedschaft bei der Gewerkschaft hinweisen. Aufgrund unserer Anstellungsverhältnisse sind wir automatisch Mitglied bei der AK und können die dortigen Angebote nutzen. Die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft ist freiwillig und aus folgenden Gründen sehr zu empfehlen:

– Die GÖD verhandelt unsere Lohnabschlüsse.
– Die Mitgliedschaft beinhaltet einen Rechtsschutz, der über das Beratungsangebot der AK hinausgeht: man erhält eine Vertretung im Falle von Gerichtsverfahren.
– Wenn in einem Betrieb viele Mitarbeiter:innen gewerkschaftlich vertreten sind, stärkt dies die Verhandlungsposition. – Infos und Anmeldung: www.goed.at

Ergänzend zur Gewerkschaftsmitgliedschaft kann man sich zu einer Fraktion deklarieren, wie z.B. der PFG – siehe: www.pfg.at

Die Fraktionen haben innerhalb der Gewerkschaft Mitbestimmungsrechte und können sich, wie in unserem Fall, zur Wahl im Parlament der Arbeiterkammer stellen. Das erweitert die Netzwerke und die Möglichkeiten, politische Prozesse mitzugestalten. Für weitere Informationen kannst du dich jederzeit an den Betriebsrat wenden.

Mit lieben Grüßen im Namen des BR-Teams
Ralf